Eingezogene Brustwarzen, auch Schlupfwarzen genannt, können ästhetisch als belastend empfunden werden und in manchen Fällen auch funktionelle Beschwerden verursachen. Viele Patientinnen wünschen sich eine natürlich geformte, dauerhaft sichtbare Brustwarze und mehr Sicherheit im eigenen Körpergefühl. Eine Brustwarzenkorrektur kann hier ein vergleichsweise kleiner Eingriff mit großer persönlicher Wirkung sein.
Häufig sind Schlupfwarzen angeboren und entstehen durch verkürzte Milchgänge oder straffe Bindegewebsstrukturen, die die Brustwarze nach innen ziehen. Je nach Befund, Lebensplanung und Wunsch nach Erhalt der Stillfähigkeit kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten infrage.
Dr. med. Jochen von Freyhold
Eine Brustwarzenkorrektur kann sinnvoll sein, wenn eingezogene Brustwarzen dauerhaft bestehen und als störend, unangenehm oder belastend empfunden werden. Neben ästhetischen Gründen können auch funktionelle Aspekte eine Rolle spielen, etwa Reizungen, Entzündungen, Probleme bei der Hygiene oder Einschränkungen beim Stillen.
Ein Eingriff kommt insbesondere infrage, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, die Familienplanung abgeschlossen ist oder Stillen nicht geplant wird. Ist der Erhalt der Stillfähigkeit wichtig, sollte dies unbedingt vorab besprochen werden, da nicht jede Operationstechnik die Milchgänge sicher erhalten kann. Stillerhaltende Verfahren sind möglich, aber nicht in jedem Fall dauerhaft erfolgreich.
Wichtig: Wenn eine Brustwarze nicht angeboren eingezogen ist, sondern sich erst später (insbesondere einseitig) verändert, sollte die Ursache zeitnah gynäkologisch oder ärztlich abgeklärt werden.
Die Schlupfwarzenkorrektur erfolgt meist in örtlicher Betäubung. Über einen kleinen, unauffälligen Zugang im Bereich der Brustwarze werden die verkürzten Strukturen gelöst, die die Brustwarze nach innen ziehen. Anschließend wird die Brustwarze so stabilisiert, dass sie sich dauerhaft nach außen aufrichten kann.
Welche Technik angewendet wird, hängt vom individuellen Befund ab. Bei klassischen Verfahren werden verkürzte Milchgänge oder Bindegewebszüge durchtrennt. Dies führt in der Regel zu einer stabileren Korrektur, kann jedoch die Stillfähigkeit beeinträchtigen oder aufheben. Bei stillerhaltenden Techniken wird versucht, die Milchgänge möglichst zu schonen. Diese Verfahren sind schonender im Hinblick auf die Stillfähigkeit, können aber ein höheres Rückfallrisiko haben.
Nach dem Eingriff ist eine sorgfältige Nachsorge wichtig, damit die Brustwarze gut abheilen und ihre neue Form stabilisieren kann.
Wie bei jedem operativen Eingriff können auch bei einer Brustwarzenkorrektur allgemeine OP-Risiken auftreten. Dazu zählen Schwellungen, Blutergüsse, Nachblutungen, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Narbenbildung oder vorübergehende Schmerzen. Auch allergische Reaktionen auf Medikamente oder Betäubungsmittel sind grundsätzlich möglich, aber selten.
Spezifisch bei der Brustwarzenkorrektur können Veränderungen der Empfindlichkeit auftreten — vorübergehend oder dauerhaft. Die Brustwarze kann empfindlicher, weniger empfindlich oder taub wirken. Zudem kann es zu einer erneuten Einziehung der Brustwarze kommen, insbesondere bei stark ausgeprägten Schlupfwarzen oder stillerhaltenden Verfahren. Je nach Operationstechnik kann die Stillfähigkeit eingeschränkt oder nicht mehr möglich sein. Diese Frage sollte daher vor dem Eingriff offen und individuell besprochen werden
Dr. med. Jochen von Freyhold ist Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie und parallel am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) tätig. Die enge Anbindung an die universitäre Medizin gewährleistet höchste medizinische Standards, kontinuierlichen fachlichen Austausch und den Einsatz bewährter, moderner Techniken.
Seine besondere Stärke liegt in der präzisen Analyse, der feinen chirurgischen Ausführung und der sensiblen Erfassung individueller Wünsche. Jede Behandlung wird mit größter Sorgfalt und Verantwortung persönlich geplant und durchgeführt.