Ein Lipödem ist keine gewöhnliche Gewichtszunahme, sondern eine chronische Fettverteilungsstörung, die meist Beine, Hüften, Gesäß und teilweise auch Arme betrifft. Typisch sind Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Spannungsgefühle, Neigung zu blauen Flecken und eine deutliche Disproportion zwischen Ober- und Unterkörper. Eine Liposuktion bei Lipödem kann helfen, krankhaft verändertes Fettgewebe zu reduzieren, Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit sowie Lebensqualität zu verbessern.
Dr. med. Jochen von Freyhold
Bei der Liposuktion bei Lipödem wird krankhaft vermehrtes Fettgewebe gezielt und gewebeschonend entfernt. Behandelt werden häufig Oberschenkel, Unterschenkel, Kniebereiche, Hüften, Gesäß oder Oberarme. Je nach Ausprägung sind mehrere Eingriffe notwendig, da nicht alle betroffenen Regionen in einer Sitzung sicher und sinnvoll behandelt werden können.
Vor der Absaugung wird meist eine spezielle Flüssigkeit in das Gewebe eingebracht. Sie erleichtert das Lösen der Fettzellen und unterstützt eine schonendere Absaugung. Ziel ist eine gleichmäßige Reduktion des betroffenen Gewebes bei möglichst guter Schonung von Lymphbahnen, Gefäßen und Nerven. Die Operation erfolgt je nach Umfang meist in Vollnarkose oder Dämmerschlaf.
Nach der Lipödem-Liposuktion ist eine konsequente Nachbehandlung besonders wichtig. Kompressionskleidung wird in der Regel über mehrere Wochen getragen, um Schwellungen zu reduzieren, das Gewebe zu stabilisieren und den Heilungsverlauf zu unterstützen. Je nach Befund können Lymphdrainage, Bewegung und gezielte Physiotherapie sinnvoll sein.
Schwellungen, Blutergüsse, Spannungsgefühl und vorübergehende Sensibilitätsveränderungen sind in der Anfangszeit häufig. Regelmäßige Kontrollen dienen dazu, Wundheilung, Schwellungsverlauf, Kompressionssitz und Beschwerdeentwicklung zu beurteilen. Das endgültige Ergebnis entwickelt sich schrittweise über mehrere Monate.
Vor dem Eingriff steht eine genaue Diagnose und Stadieneinschätzung. Dazu gehören die Beurteilung der betroffenen Regionen, Schmerzsymptomatik, Schwellneigung, Hautqualität, Gewebeverteilung, Gewichtssituation und bisheriger konservativer Therapie. Wichtig ist auch die Abgrenzung zu Adipositas, Lymphödem, Venenerkrankungen oder anderen Ursachen von Bein- und Armschwellungen.
Zur Planung gehören die Festlegung der Behandlungsareale, die Reihenfolge möglicher OP-Schritte, die zu erwartende Fettmenge, die Narkoseform, die Kompressionsversorgung und die Nachsorge. Bei ausgeprägtem Befund wird häufig ein mehrstufiger Behandlungsplan erstellt. Auch Medikamente, Vorerkrankungen, Thromboserisiko und berufliche Ausfallzeit müssen berücksichtigt werden.
Wie bei jeder Operation bestehen allgemeine Risiken wie Blutergüsse, Nachblutungen, Schwellungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Schmerzen, Thrombosen, Embolien, Narkoserisiken oder vorübergehende Sensibilitätsstörungen. Auch kleine Narben an den Einstichstellen sind möglich, meist jedoch unauffällig.
Spezifisch bei der Liposuktion bei Lipödem können länger anhaltende Schwellungen, Flüssigkeitsansammlungen, Verhärtungen, Dellen, Asymmetrien oder unregelmäßige Konturen auftreten. Da häufig größere Areale behandelt werden, ist das Thrombose- und Schwellungsmanagement besonders wichtig. In seltenen Fällen können Lymphbahnen, Gefäße oder Nerven gereizt oder verletzt werden. Bei fortgeschrittenem Befund kann trotz Operation weiterhin Kompression oder ergänzende Therapie notwendig bleiben.
Dr. med. Jochen von Freyhold ist Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie und parallel am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) tätig. Die enge Anbindung an die universitäre Medizin gewährleistet höchste medizinische Standards, kontinuierlichen fachlichen Austausch und den Einsatz bewährter, moderner Techniken.
Seine besondere Stärke liegt in der präzisen Analyse, der feinen chirurgischen Ausführung und der sensiblen Erfassung individueller Wünsche. Jede Behandlung wird mit größter Sorgfalt und Verantwortung persönlich geplant und durchgeführt.