Narbenkorrekturen

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Narben können nach Operationen, Verletzungen, Verbrennungen oder Entzündungen entstehen. Viele Narben heilen unauffällig ab, manche bleiben jedoch wulstig, gerötet, eingezogen, schmerzhaft oder ästhetisch störend. Eine Narbenkorrektur kann helfen, das Erscheinungsbild zu verbessern, Beschwerden zu lindern und Beweglichkeit zurückzugewinnen.

Wichtig ist: Nicht jede Narbe muss operiert werden. Häufig beginnt eine gute Narbentherapie mit konservativen Maßnahmen. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vom Narbentyp, vom Alter der Narbe, von der Lokalisation und von den individuellen Beschwerden ab.

Dr. med. Jochen von Freyhold

Wann ist ein Eingriff anzuraten, wann nicht?

1

Ästhetische Belastung

Wenn Narben wulstig, verbreitert, eingezogen, gerötet oder deutlich sichtbar sind.
2

Funktionelle Beschwerden

Wenn Narben spannen, schmerzen oder Bewegungen einschränken.
3

Auffällige Narbenbildung

Wenn hypertrophe Narben oder Keloide jucken, wachsen oder dauerhaft Beschwerden verursachen.

Eine Narbenkorrektur kann sinnvoll sein, wenn eine Narbe dauerhaft auffällig, verhärtet, wulstig, schmerzhaft, juckend oder funktionell störend ist. Besonders relevant ist dies, wenn Narben an Gelenken oder beweglichen Körperregionen zu Spannungen oder Bewegungseinschränkungen führen. Auch stark eingezogene, verbreiterte oder ungünstig verlaufende Narben können korrigiert werden, wenn sie sich durch konservative Maßnahmen nicht ausreichend verbessern lassen.

Nicht immer ist eine operative Korrektur der erste Schritt. Frische Narben verändern sich über Monate und sollten zunächst beobachtet und konsequent gepflegt werden. Häufig sind Silikonpräparate, Massage, Druckbehandlung, Sonnenschutz, Injektionen oder weitere nicht-operative Verfahren sinnvoll, bevor eine Operation erwogen wird. Bei Keloiden, also überschießend wachsenden Narben, ist besondere Vorsicht geboten, da sie nach einer alleinigen operativen Entfernung erneut oder sogar stärker auftreten können.

Eingriff kurz erklärt

Die Behandlung richtet sich nach dem Narbentyp. Nicht-operative Verfahren können zum Beispiel Silikongele oder Silikonpflaster, Narbenmassage, Kortison-Injektionen, Needling, Laserbehandlungen oder Drucktherapie umfassen. Ziel ist es, die Narbe weicher, flacher, blasser und unauffälliger werden zu lassen.

Eine operative Narbenkorrektur kommt infrage, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder eine Narbe ungünstig verheilt ist. Dabei wird die alte Narbe entfernt oder gelöst und das Gewebe spannungsärmer, feiner und in einer günstigeren Richtung neu verschlossen. Je nach Befund können spezielle Schnitttechniken, lokale Gewebeverschiebungen oder plastische Rekonstruktionen notwendig sein.

Bei Keloiden oder stark überschießender Narbenbildung wird die Operation häufig mit weiteren Maßnahmen kombiniert, etwa Injektionen, Druckbehandlung oder Silikontherapie, um das Risiko eines erneuten Wachstums zu reduzieren.

Nach einer Narbenkorrektur ist konsequente Nachsorge entscheidend für das spätere Ergebnis. Die Wunde sollte entlastet, sauber gehalten und vor Spannung geschützt werden. Je nach Befund erfolgen regelmäßige Wundkontrollen, Fadenentfernung oder Kontrolle selbstauflösender Nähte.

Nach abgeschlossener Wundheilung beginnt meist die eigentliche Narbenpflege. Dazu gehören je nach Empfehlung Silikongele oder Silikonpflaster, vorsichtige Narbenmassage, konsequenter Sonnenschutz und gegebenenfalls Druckbehandlung. Sport, starke Zugbelastung oder Reibung im Narbenbereich sollten zunächst vermieden werden. Das endgültige Narbenbild entwickelt sich über mehrere Monate.

Kurz­info

Dauer (OP, Behandlung)
30 min
Anästhesie
Lokalanästhesie oder Vollnarkose
Klinik­aufenthalt
Ambulant
Nachbe­handlung
4 Termine
Arbeits­fähigkeit
sofort bzw. nach bis zu 3 Tagen
Faden­entfernung
nach 7-14 Tagen
Kontroll­untersuchung
nach 1 Woche, 2 Wochen, 8 Wochen, 6 Monaten
Gesellschafts­fähig
sofort bzw. nach bis zu 3 Tagen

Exzellente Ergebnisse
durch ein eingespieltes Team

Welche Planungen sind nötig?

Vor jeder Narbenkorrektur steht eine genaue Befundanalyse. Dabei werden Alter, Ursache, Verlauf, Farbe, Breite, Höhe, Spannung, Schmerzhaftigkeit, Juckreiz und Lokalisation der Narbe beurteilt. Ebenso wichtig ist die Frage, ob es sich um eine normale, hypertrophe, eingezogene, verbreiterte oder keloidartige Narbe handelt.

Zur Planung gehört auch die Einschätzung, ob zunächst konservative Maßnahmen ausgeschöpft werden sollten oder ob eine operative Korrektur sinnvoll ist. Bei frischen Narben ist häufig Geduld notwendig, da die Narbenreifung bis zu einem Jahr oder länger dauern kann. Bei Narben in beweglichen Bereichen wird zusätzlich geprüft, ob die Narbe Zug auf das Gewebe ausübt oder Bewegungen einschränkt.

Gemeinsam wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, der Methode, Zeitrahmen, Nachsorge, Narbenpflege und realistische Erwartungen an das Ergebnis berücksichtigt. Ziel ist eine deutliche Verbesserung — eine vollständig unsichtbare Narbe kann jedoch nicht zuverlässig versprochen werden.

Risiken

Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen allgemeine Risiken wie Blutergüsse, Nachblutungen, Schwellungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Schmerzen, Sensibilitätsstörungen oder auffällige Narbenbildung. Auch Unverträglichkeiten auf Medikamente, Pflaster oder Nahtmaterial können auftreten.

Spezifisch bei Narbenkorrekturen besteht das Risiko, dass die neue Narbe erneut auffällig, verbreitert, gerötet, wulstig oder verhärtet verheilt. Bei entsprechender Veranlagung können hypertrophe Narben oder Keloide wieder entstehen. Besonders Keloide haben eine erhöhte Rückfallneigung und benötigen daher häufig eine kombinierte Behandlung und längere Nachsorge.

Auch Farbunterschiede, Spannungsgefühle, Juckreiz, erneute Schmerzen oder eine unvollständige ästhetische Verbesserung sind möglich. Eine Narbenkorrektur kann Narben in der Regel verbessern, aber nicht vollständig entfernen. Entscheidend sind daher eine realistische Aufklärung, die richtige Methode und eine konsequente Nachbehandlung.

Fachärztliche Erfahrung:
klinisch fundiert, ästhetisch präzise.

Dr. med. Jochen von Freyhold ist Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie und parallel am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) tätig. Die enge Anbindung an die universitäre Medizin gewährleistet höchste medizinische Standards, kontinuierlichen fachlichen Austausch und den Einsatz bewährter, moderner Techniken.

Seine besondere Stärke liegt in der präzisen Analyse, der feinen chirurgischen Ausführung und der sensiblen Erfassung individueller Wünsche. Jede Behandlung wird mit größter Sorgfalt und Verantwortung persönlich geplant und durchgeführt.

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