Hartnäckige Fettdepots können trotz Sport, bewusster Ernährung und stabilem Gewicht bestehen bleiben. Häufig betreffen sie einzelne Körperregionen wie Bauch, Taille, Hüften, Oberschenkel, Knie, Oberarme, Rücken oder Kinnlinie. Eine Fettabsaugung kann helfen, diese lokal begrenzten Fettpolster gezielt zu reduzieren und die Körperkontur harmonischer zu formen.
Wichtig ist: Eine Liposuktion ist keine Methode zur Gewichtsabnahme, sondern ein konturierender Eingriff zur Behandlung störender Fettdepots.
Dr. med. Jochen von Freyhold
Eine Fettabsaugung kann sinnvoll sein, wenn einzelne Fettpolster dauerhaft bestehen bleiben und sich durch Lebensstil, Sport oder Ernährung kaum beeinflussen lassen. Besonders geeignet ist der Eingriff bei normalem oder nur leicht erhöhtem Körpergewicht, stabiler Gewichtssituation und guter Hautelastizität. Ziel ist eine feinere, ausgewogenere Körperkontur — nicht eine allgemeine Gewichtsreduktion.
Nicht anzuraten ist eine Fettabsaugung bei starkem Übergewicht, deutlicher Hauterschlaffung oder wenn vor allem überschüssige Haut das Problem darstellt. In solchen Fällen kann eine Straffungsoperation geeigneter sein. Auch bei instabilem Gewicht, unrealistischen Erwartungen oder relevanten medizinischen Risiken sollte der Eingriff kritisch geprüft oder zunächst verschoben werden.
Bei der Fettabsaugung werden Fettzellen aus definierten Körperregionen über feine Kanülen entfernt. Dafür werden kleine Hautzugänge gesetzt, über die zunächst eine spezielle Flüssigkeit in das Gewebe eingebracht wird. Diese sogenannte Tumeszenzlösung erleichtert das Lösen der Fettzellen, reduziert Blutungen und unterstützt eine schonendere Absaugung.
Anschließend wird das Fett gleichmäßig und kontrolliert abgesaugt. Entscheidend ist nicht die maximal entfernte Fettmenge, sondern eine harmonische Konturierung mit weichen Übergängen zur umgebenden Körperform. Je nach Befund kann die Fettabsaugung in örtlicher Betäubung, Dämmerschlaf oder Vollnarkose erfolgen.
Typische Behandlungsregionen sind Bauch, Taille, Hüften, Reiterhosen, Oberschenkelinnenseiten, Knie, Oberarme, Rücken, Brustbereich beim Mann oder das Doppelkinn. Bei ausgeprägter Hauterschlaffung kann zusätzlich eine Straffung notwendig sein.
Nach der Fettabsaugung ist das Tragen von Kompressionskleidung meist für mehrere Wochen erforderlich. Sie unterstützt die Rückbildung von Schwellungen, stabilisiert das Gewebe und hilft, eine gleichmäßige Kontur zu fördern. Blutergüsse, Schwellungen, Spannungsgefühl und muskelkaterartige Beschwerden sind in der Anfangszeit normal.
Leichte Bewegung ist meist früh sinnvoll, stärkere körperliche Belastung und Sport sollten jedoch erst nach ärztlicher Freigabe wieder aufgenommen werden. Regelmäßige Kontrolltermine dienen dazu, Heilungsverlauf, Schwellungen, Hautrückbildung und Kontur zu beurteilen. Das endgültige Ergebnis zeigt sich nicht sofort, sondern entwickelt sich über mehrere Wochen bis Monate.
Vor dem Eingriff werden Körperproportionen, Fettverteilung, Hautqualität, Bindegewebe, Gewichtsstabilität und persönliche Ziele genau beurteilt. Wichtig ist die Frage, ob eine reine Fettabsaugung ein gutes Ergebnis erwarten lässt oder ob zusätzlich eine Straffung sinnvoller wäre.
Zur Planung gehören die Festlegung der Behandlungsareale, die Markierung der Absaugzonen, die Wahl der Narkoseform, die Einschätzung der maximal sinnvollen Fettmenge sowie die Besprechung von Ausfallzeit, Kompressionskleidung und Nachsorge. Auch Vorerkrankungen, Medikamente, Blutungsneigung, Thromboserisiko und Nikotinkonsum werden berücksichtigt.
Realistische Erwartungen sind entscheidend: Eine Liposuktion kann Körperkonturen verbessern, aber keine Cellulite zuverlässig beseitigen, keine Gewichtsabnahme ersetzen und erschlaffte Haut nur begrenzt verbessern.
Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen allgemeine Risiken wie Blutergüsse, Nachblutungen, Schwellungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Schmerzen, Thrombosen, Embolien, Narkoserisiken oder vorübergehende Sensibilitätsstörungen. Auch kleine Narben an den Einstichstellen sind möglich, meist jedoch unauffällig.
Spezifisch bei der Fettabsaugung können Dellen, Unebenheiten, Asymmetrien, Verhärtungen, länger anhaltende Schwellungen oder unregelmäßige Hautkonturen auftreten. Bei eingeschränkter Hautelastizität kann die Haut nach der Absaugung nicht ausreichend schrumpfen, sodass ein Hautüberschuss sichtbar bleibt. In seltenen Fällen können Flüssigkeitsansammlungen, stärkere Blutergüsse oder Korrekturbedarf entstehen.
Eine sorgfältige Indikationsstellung, präzise Planung der Absaugzonen und eine gewebeschonende Technik sind entscheidend, damit die Fettreduktion nicht nur sichtbar, sondern auch harmonisch und natürlich wirkt.
Dr. med. Jochen von Freyhold ist Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie und parallel am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) tätig. Die enge Anbindung an die universitäre Medizin gewährleistet höchste medizinische Standards, kontinuierlichen fachlichen Austausch und den Einsatz bewährter, moderner Techniken.
Seine besondere Stärke liegt in der präzisen Analyse, der feinen chirurgischen Ausführung und der sensiblen Erfassung individueller Wünsche. Jede Behandlung wird mit größter Sorgfalt und Verantwortung persönlich geplant und durchgeführt.