Eine Bauchdeckenstraffung kann sinnvoll sein, wenn sich überschüssige Haut, erschlafftes Gewebe oder eine vorgewölbte Bauchform trotz Sport, Gewichtsreduktion und gesunder Lebensweise nicht mehr ausreichend zurückbilden. Häufig entsteht dieser Befund nach Schwangerschaften, größerer Gewichtsabnahme oder durch eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche.
Ziel der Abdominoplastik ist ein glatterer, strafferer und harmonischer geformter Bauchbereich. Dabei geht es nicht nur um Ästhetik, sondern oft auch um ein besseres Körpergefühl, mehr Bewegungsfreiheit und eine Reduktion funktioneller Beschwerden durch Hautüberschüsse.
Dr. med. Jochen von Freyhold
Eine Bauchdeckenstraffung kommt infrage, wenn überschüssige Haut am Bauch dauerhaft bestehen bleibt und sich durch Training oder Ernährung nicht mehr ausreichend verbessern lässt. Typische Zeichen sind Dehnungs- oder Schwangerschaftsstreifen, eine verstrichene Taille, hängende Hautpartien im Unterbauch oder eine Bauchhautfalte oberhalb des Schambeins.
Auch eine erschlaffte oder auseinandergewichene Bauchmuskulatur kann ein Grund für den Eingriff sein. In diesem Fall wirkt der Bauch häufig rundlich oder vorgewölbt, obwohl kein entsprechender Fettüberschuss vorliegt. Die inneren Organe drücken dann gegen die geschwächte Bauchwand, sodass eine kugelige Bauchform entstehen kann.
Neben ästhetischen Gründen können auch funktionelle Beschwerden eine Rolle spielen. In Hautfalten können besonders im Sommer oder beim Sport feuchte Bereiche entstehen, die zu Rötungen, Geruch, Reizungen oder Ekzemen führen. Wenn solche Beschwerden wiederholt auftreten, kann eine Bauchdeckenplastik auch aus medizinischer Sicht entlastend sein.
Bei einer Bauchdeckenstraffung wird überschüssige Haut am Unterbauch entfernt und die Bauchdecke neu gespannt. Je nach Befund kann zusätzlich die auseinandergewichene oder erschlaffte Bauchmuskulatur gestrafft werden. Genau darin liegt der Unterschied zur reinen Bauchhautstraffung: Bei der Abdominoplastik wird nicht nur Haut entfernt, sondern auch die Stabilität und Kontur der Bauchwand verbessert.
Der Schnitt wird in der Regel tief in die Bikinizone gelegt. Die spätere Narbe verläuft knapp oberhalb des Schamhügels und kann meist gut durch Unterwäsche oder Bademode bedeckt werden. Verlauf und Länge der Schnittführung hängen davon ab, wie ausgeprägt der Hautüberschuss ist.
Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert je nach Umfang meist etwa 90 bis 150 Minuten. Häufig ist eine Übernachtung in der Klinik sinnvoll. Direkt nach dem Eingriff wird ein Kompressionsmieder oder Bauchgurt angelegt, um das Gewebe zu stabilisieren und die Heilung zu unterstützen.
Nach der Operation ist eine sorgfältige Schonung wichtig. Das Kompressionsmieder oder der Bauchgurt sollte in der Regel für etwa 6 Wochen konsequent getragen werden. Drainagen werden häufig bereits bei der Visite am Morgen nach der Operation entfernt. Die Fadenenden resorbierbarer Nähte können nach etwa 14 Tagen gekürzt werden.
In den ersten Tagen sollte der Bauch entlastet werden; aufrechte Haltung, schweres Heben und sportliche Belastung sind zu vermeiden. Regelmäßige Kontrolltermine dienen dazu, Wundheilung, Schwellungen, Narbenentwicklung und Sitz des Kompressionsmieders zu überprüfen. Körperliche Aktivitäten werden schrittweise wieder aufgenommen, abhängig vom Heilungsverlauf und vom Umfang des Eingriffs.
Vor einer Bauchdeckenstraffung steht eine ausführliche persönliche Beratung. Dabei werden der Hautüberschuss, die Qualität des Bindegewebes, der Schamhügel, die Bauchmuskulatur, eventuelle Narben, Fettdepots und die gewünschte Körperkontur sorgfältig beurteilt.
Wichtig ist außerdem die Frage, ob eine reine Hautstraffung ausreicht oder ob zusätzlich eine Straffung der Bauchmuskulatur sinnvoll ist. In manchen Fällen kann das Ergebnis durch ergänzende Verfahren, etwa eine begleitende Fettabsaugung, weiter verbessert werden. Auch Gewichtsstabilität, abgeschlossene Familienplanung und realistische Erwartungen an das Ergebnis spielen bei der Planung eine wichtige Rolle.
Vor dem Eingriff werden Schnittführung, Narbenverlauf, Narkose, Klinikaufenthalt, Ausfallzeit, Nachsorge und mögliche Risiken genau besprochen. Ziel ist eine individuell passende Planung, die sowohl medizinisch sinnvoll als auch ästhetisch stimmig ist.
Wie bei jeder Operation bestehen allgemeine Risiken wie Nachblutungen, Blutergüsse, Schwellungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Schmerzen, Thrombosen, Embolien, Narkoserisiken oder auffällige Narbenbildung. Auch vorübergehende Gefühlsstörungen im Operationsbereich können auftreten.
Spezifisch bei der Bauchdeckenstraffung können Spannungsgefühle, länger anhaltende Schwellungen, Flüssigkeitsansammlungen, sogenannte Serome, oder verzögerte Wundheilungen im Bereich der Narbe entstehen. Da Haut und Gewebe großflächig gelöst und neu gespannt werden, ist die Empfindung im Unterbauch häufig temporär vermindert. In seltenen Fällen kann es zu Asymmetrien, unbefriedigender Narbenentwicklung oder kleinem Korrekturbedarf kommen.
Wenn die Bauchmuskulatur mitgestrafft wird, ist die Schonung in der Heilungsphase besonders wichtig. Zu frühe Belastung kann das Ergebnis beeinträchtigen. Deshalb sind eine sorgfältige Planung, eine präzise Operationstechnik und eine konsequente Nachsorge entscheidend für ein sicheres und ästhetisch überzeugendes Ergebnis.
Dr. med. Jochen von Freyhold ist Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie und parallel am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) tätig. Die enge Anbindung an die universitäre Medizin gewährleistet höchste medizinische Standards, kontinuierlichen fachlichen Austausch und den Einsatz bewährter, moderner Techniken.
Seine besondere Stärke liegt in der präzisen Analyse, der feinen chirurgischen Ausführung und der sensiblen Erfassung individueller Wünsche. Jede Behandlung wird mit größter Sorgfalt und Verantwortung persönlich geplant und durchgeführt.